Gründe für den politischen Widerstand gegen Erneuerbare Energien - Dr. Gottwald – Kanzlei für erneuerbare Energien

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5) Gründe für den politischen Widerstand gegen Erneuerbare Energien

Ohne Erneuerbare Energien ist eine nachhaltige Wirtschaftsweise ausgeschlossen. Die Vollversorgung aus Erneuerbare Energien ist aber keine hinreichende Bedingung.

Das wissen gerade die entschiedensten Gegner der Energiewende:

Ich habe mich seit Unterzeichnung des Pariser Abkommens immer wieder gefragt, warum diesem völkerrechtlichen Vertrag von manchen wirtschaftlichen Eliten weltweit so viel Hass entgegenschlägt:

Die Investoren könnten doch dem Beispiel vieler Kapitalgeber folgen und ihr Kapital aus fossilen Energien abziehen und zu Erneuerbaren Energien umschichten. Die Kapitalrenditen können durchaus vergleichbar hoch sein.

Zwar besteht aufgrund der natürlichen Dezentralität Erneuerbarer Energien ein Vorteil für ortsansässige Bürger und Landeigentümer.

Die starke Rolle von Energiegenossenschaften und Bürgerenergiegesellschaften ist aber zum Teil eine deutsche Besonderheit. Im Ausland werden Erneuerbare Energien oft zentralistisch organisiert.
Die natürliche Dezentralität Erneuerbarer Energien ist ein starker Grund für deren Ablehnung durch Oligopolisten, kann aber die Stärke der Ablehnung nur teilweise erklären.

Der zweite Grund könnte darin bestehen, dass die Erneuerbaren Energien gerade aufgrund ihrer Regenerierbarkeit nach der Erstinvestition weniger Kapital aufnehmen können als Brennstoffe, die ständig neu gefördert und transportiert werden müssen.

Gegen Erneuerbare Energien wird vorgebracht, dass sie zu effizient und billig seien und daher langfristig weniger Arbeitskräfte und Kapital benötigten. Insbesondere seien Windenergieanlagen, Photovoltaikanlagen sowie Elektrofahrzeuge zu langlebig und reparaturfreundlich und wiesen zu wenig bewegliche Teile auf.

Nach dieser absurden Argumentation müsste der Gesetzgeber vorschreiben, dass alle Produkte nach kurzer Zeit kaputtgehen, damit die Reparatur Arbeitsplätze und Investitionsmöglichkeiten schafft. Man könnte zum Zwecke der Vollbeschäftigung auch vormittags Löcher graben, um sie nachmittags zuzuschaufeln.

Viel wichtiger ist ein dritter Grund:

Die Gegner des Pariser Abkommens erkennen, dass nach einem Erfolg dieses einmaligen völkerrechtlichen Vertrages weitere Abkommen nach diesem Vorbild folgen würden:

Erstmalig setzt das Pariser Abkommen der menschlichen Gier eine absolute Grenze, indem es eine maximale Emissionsgrenze für Staaten und später letztlich pro Kopf festsetzt.

Wäre dies erfolgreich, dann würden folgerichtig Forderungen erhoben, auch alle anderen Umweltgüter und –medien wie Wasser, Boden, Luft, Tiere und Pflanzen durch verbindliche völkerrechtliche Verträge zu schützen.

Dann würde die Gier als angeblich zentrale Triebkraft für menschlichen Fortschritt und Weiterentwicklung grundsätzlich ethisch in Frage gestellt und rechtlich sehr stark beschränkt.

Diese Gegner des Pariser Abkommens haben mit diesen Befürchtungen völlig Recht:

Angesichts der gigantischen Geldmengen, die weltweit existieren, sind absolute Grenzen für den Ressourcenverbrauch unabdingbar für das Weiterleben der Menschheit.

Soweit die Reduktionsziele – ökonomisch effizient – über Steuern oder Zertifikate auf Energie- und Ressourcenverbrauch durchgesetzt werden, können die wirtschaftlich Stärkeren durch Zahlung der Steuern oder Zertifikatspreise eine Verhaltensänderung vermeiden. Es erhöht aber den politischen Druck, diese Restriktionen für alle Menschen durchzusetzen. Vielfach sind nur Verbote wirksam, zum Beispiel zum Schutz von Naturschutzgebieten. Die Forderung der Vereinten Nationen, 30 % der Meere und 30 % der Erdoberfläche unter Naturschutz zu stellen, ist uneingeschränkt zu befürworten.

Insofern wird verständlich, warum wichtige ökonomische und politische Akteure enorm viel Geld und Zeit in die Bekämpfung des Pariser Abkommens stecken.

Wer am langfristigen Überleben der Menschheit interessiert ist, kann in dieser Auseinandersetzung keine Kompromisse machen:

Scheitert das Pariser Abkommen, werden Dürren, soziale Unruhen und Flüchtlingsströme früher oder später zu Kriegen oder Terrorattacken führen, bei denen Massenvernichtungswaffen eingesetzt werden.

Das haben auch die Gegner des Pariser Abkommens erkannt.

Die Leugner des Klimawandels unterfallen in zwei Gruppen:

Die erste Gruppe bezweifelt nicht den Klimawandel, sondern den Beitrag des Menschen.

Die zweite Gruppe leugnet den Klimawandel an sich und argumentiert nicht nur zynisch, sondern auch widersprüchlich: Einerseits soll es keinen Klimawandel geben, andererseits wird der Klimawandel als Argument für Sicherheitsrisiken verwendet, denen nur mit Aufrüstung zu begegnen sei.